Europäische Premiere am Bodensee: Erste Tracker-Agri-PV-Anlage über Erdbeeren

Von links: Jan Zeitler (Oberbürgermeister der Stadt Überlingen), Hubert Büchele (Landwirt und Betreiber der Tracker-Anlage), Mark Kugel (Co-Geschäftsführung SONNTAG Energy), Jannik Sailer (Klimaschutzmanager der Stadt Überlingen)

Mit dem Spatenstich auf dem Betrieb von Hubert Büchele am Bodensee beginnt der Bau der ersten Tracker-Agri-PV-Anlage über Erdbeerkulturen in Europa. Wir kombinieren bewegliche Solarmodule mit einem Batteriespeicher, der sowohl Solarstrom als auch Strom aus dem Netz aufnehmen kann. Im ersten Bauabschnitt entstehen eine Photovoltaikanlage mit einem Megawattpeak (MWp) Leistung und ein Speicher mit fünf Megawattstunden (MWh) Kapazität. Neben der Stromproduktion spenden die Module den Erdbeeren Schatten und schützen sie vor Witterungseinflüssen. Das eröffnet einer vom Klimawandel stark betroffenen Branche neue Perspektiven.

Schatten für die Erdbeeren, Sonne für die Stromproduktion

Die Solarmodule übernehmen auf der Anbaufläche eine doppelte Aufgabe: Sie erzeugen Strom und bieten den darunterliegenden Erdbeeren Schatten sowie Schutz vor Witterungseinflüssen. Gerade an heißen Sommertagen kann die teilweise Beschattung helfen, die empfindlichen Kulturen vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Damit greift das Projekt eine Herausforderung auf, die für den Beerenanbau am Bodensee mit zunehmend heißen Sommern an Bedeutung gewinnt.

„Wir wollen unsere Erdbeeren auch unter veränderten klimatischen Bedingungen erfolgreich anbauen. Die Solarmodule bieten den Pflanzen Schatten und Witterungsschutz. Gleichzeitig schaffen wir mit der Stromerzeugung ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein für unseren Betrieb”, sagt Hubert Büchele.

Anders als fest ausgerichtete Anlagen bewegen sich die sogenannten Tracker mit dem Sonnenstand. Die Nachführung erhöht den Stromertrag und stärkt damit die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage.

Speicher kann Solarstrom und Netzstrom aufnehmen

Der Batteriespeicher kann sowohl Solarstrom aus der Anlage als auch Strom aus dem Netz aufnehmen. Dadurch lässt sich der Speicher auch unabhängig von der aktuellen Solarstromproduktion nutzen. Er kann Strom zwischenspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt vermarkten. Die Kombination eröffnet zusätzliche Erlösmöglichkeiten und macht die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts weniger abhängig von den Strompreisen während der Sonnenstunden.

„Bei Sonderkulturen können Landwirtschaft und Photovoltaik besonders gut zusammenspielen. Die Erdbeeren profitieren vom Schutz durch die Module, die Tracker sorgen für hohe Stromerträge und der Speicher erweitert die Möglichkeiten der Vermarktung. Wir planen diese drei Bausteine von Anfang an gemeinsam”, sagt Mark Kugel, unser Mitbegründer.

Das Projekt ist auf eine mögliche Erweiterung ausgelegt: Die bestehende Baugenehmigung umfasst eine PV-Leistung von deutlich mehr als zwei MWp. Damit besteht die Grundlage, die zunächst mit einem MWp errichtete Anlage in einem späteren Bauabschnitt auszubauen. Wir setzen das Projekt gemeinsam mit dem Maschinenring Tettnang um.

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